Die häufigste Frage vor dem ersten PMU-Termin. Die ehrliche Antwort: es ist spürbar, aber kein Vergleich zu dem, was die meisten sich vorstellen. Mit guter Vorbereitung, Betäubungscreme und einer ruhigen Hand ist es für die meisten Kundinnen deutlich entspannter als erwartet.
Wie sich PMU tatsächlich anfühlt
Kurz bevor wir beginnen, tragen wir topische Betäubungscreme auf und lassen sie 20 bis 30 Minuten einwirken. Die Creme blockiert die Schmerzrezeptoren in der Epidermis, sodass die Nadel kaum noch als Stich wahrgenommen wird. Was bleibt, ist meist ein leichtes Kratzen oder ein dumpfes Druckgefühl, ähnlich wie wenn jemand mit dem Fingernagel über die Haut fährt.
Die meisten Kundinnen beschreiben ihren ersten PMU-Termin hinterher als "gar nicht so schlimm" oder "überraschend entspannt". Viele dösen sogar ein. Das liegt nicht daran, dass wir übertreiben, sondern daran, dass die Kombination aus Betäubungscreme und ruhiger Atmosphäre den psychologischen Anteil des Schmerzempfindens deutlich reduziert. Angst und Anspannung verstärken Schmerz. Entspannung dämpft ihn.
Was das nicht bedeutet: Es gibt keine Behandlung ohne jegliches Empfinden. Gegen Ende eines längeren Termins, wenn die Betäubungscreme nachlässt, kann die Empfindlichkeit leicht zunehmen. Wir machen dann eine kurze Pause, tragen nach und arbeiten weiter. Du gibst das Tempo an.
Augenbrauen, Lippen und Lidstrich im Vergleich
Nicht jede Körperstelle ist gleich empfindlich. Das hat nichts mit individueller Schmerztoleranz zu tun, sondern mit der Nervendichte in den verschiedenen Bereichen.
- Powder Brows / Ombré Brows — die angenehmste Behandlung. Die Stirn hat eine relativ geringe Nervendichte, die Betäubungscreme wirkt hier besonders gut. Die häufigste Rückmeldung: "Ich hatte das viel schlimmer erwartet."
- Lip Blush — die empfindlichste Stelle. Die Lippen haben eine hohe Nervendichte, und das Lippenrot-Gewebe ist dünner als die Haut der Brauen. Wir verwenden hier eine stärkere Betäubungscreme und gehen langsamer vor. Erträglich, aber spürbar.
- Lidstrich — oft überraschend angenehm. Viele Kundinnen fürchten diese Behandlung am meisten, weil sie nah am Auge ist. In der Praxis ist das Augenlid weniger empfindlich als vermutet, und die Betäubungscreme wirkt gut.
Was du tun kannst, damit der Termin so angenehm wie möglich wird
Die Vorbereitung hat einen direkten Einfluss darauf, wie empfindlich du am Behandlungstag bist. Ein paar einfache Maßnahmen machen einen echten Unterschied.
- Nicht nüchtern erscheinen. Niedriger Blutzucker erhöht die Schmerzempfindlichkeit. Eine kleine Mahlzeit 2 Stunden vorher stabilisiert das.
- Keinen Alkohol in den 24 Stunden davor. Alkohol dünnt das Blut, macht die Haut empfindlicher und beeinträchtigt die Wirkung der Betäubungscreme.
- Keinen Kaffee am Behandlungsmorgen. Koffein erhöht die Nervosität und die Empfindlichkeit. Bei empfindlichen Personen macht das einen spürbaren Unterschied.
- Kein Ibuprofen oder ASS innerhalb von 24 Stunden. Beide dünnen das Blut, was zu mehr Blutungen und schlechterer Pigmentaufnahme führt. Bei Bedarf ist Paracetamol eine Alternative.
- Nicht während der Menstruation buchen, wenn möglich. In den Tagen rund um die Periode ist die Schmerzempfindlichkeit bei vielen Frauen erhöht. Kein Ausschlusskriterium, aber es lohnt sich zu beachten.
Warum PMU weniger wehtut als ein normales Tattoo
Diese Frage stellen viele Kundinnen, die bereits Tattoos haben und wissen, wie sich das anfühlt. Der Unterschied liegt in zwei Faktoren.
Erstens: die Tiefe. Ein Körpertattoo arbeitet in der tiefen Dermis, wo sich dichter Nervengeflecht befindet. PMU-Nadeln dringen nur in die obere Dermis ein, wo die Nervenendigungen weniger dicht sind. Die Betäubungscreme greift genau in diesem Bereich an und blockiert dort die Wahrnehmung effektiv.
Zweitens: die Technik. PMU-Geräte arbeiten mit sehr hohen Frequenzen und feineren Nadeln als Tätowiermaschinen. Das macht die Einbringung schonender. Viele tätowierte Kundinnen sind nach ihrer ersten PMU-Behandlung überrascht, wie viel angenehmer es war.